Campingbus fährt in Menschenmenge: Täter handelte in Suizidabsicht

Campingbus fährt in Menschenmenge: Täter handelte in Suizidabsicht

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48147 Münster (ots) – „Nach der bisherigen Analyse und Auswertung der vorliegenden Dokumente, Spuren und Aussagen sind die Ermittlungsbehörden sicher, dass der 48-Jährige in Suizidabsicht handelte“, resümierte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt heute (9.4.) in Münster die bisherigen Ergebnisse.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des ledigen und kinderlosen Münsteraners fanden die Beamten neben mehreren Behältern mit Benzin und anderen Flüssigkeiten ein über einen Balken gelegtes Hanfseil mit Henkersknoten. „Die geplante Verwendung der Stoffe durch den Täter und die Herkunft sind zum jetzigen Zeitpunkt unklar“, ergänzte der Oberstaatsanwalt. „Das Seil jedoch ist ein eindeutiger Hinweis.“ Für die Suizidabsicht des Täters spricht auch die Tatsache, dass sich der Täter unmittelbar nach dem Stillstand des Fahrzeugs erschossen hat. Im Magazin der im ehemaligen Jugoslawien hergestellten Pistole befanden sich noch weitere Patronen. „Offensichtlich wollte sich der Täter nach der Todesfahrt direkt selber richten“, erklärte der Leiter der Ermittlungskommission, Kriminalhauptkommissar Joachim Poll. „Bei einer Gesamtschau der Indizien sind wir uns sicher, der Täter handelte in Suizidabsicht.“

Diese eindeutige Suizidabsicht hatte der Mann entgegen anderslautender Berichte im Zeitraum vor der Tat weder dargelegt noch gegenüber Dritten geäußert. Die mehrfach wahllos an Dritte übersandten Nachrichten enthalten keine ausdrückliche Ankündigung einer Selbsttötung. Sie sind jedoch Ausdruck einer zumindest temporären, psychischen Labilität. Ebenso wenig gibt es Anhaltspunkte für ein fremdaggressives Verhalten.

„Warum der Täter den Vorplatz der Restaurants als Ziel seiner Todesfahrt gewählt hat, ist unklar“, äußerte der Kriminalhauptkommissar. „Wir sind einigen Hinweisen dazu nachgegangen, konnten aber bislang keine Beziehung des Täters zum Tatort herstellen.“

Die Mitarbeiter der Ermittlungskommission werten auch weiterhin alle Hinweise aus, befragen Zeugen und untersuchen die sichergestellten Spuren und Beweismittel. Allein über das Hinweisportal des BKA wurden bislang rund 40 Dateien hochgeladen. Immer noch melden sich Menschen und wollen die Ermittlungsarbeit der Polizei mit ihren Hinweisen unterstützen. Die zentrale Stelle ist künftig nicht mehr über die Telefonnummer 0800 3040303 zu erreichen. Hinweise können der Polizei Münster direkt über die Telefonnummer 0251 275-0 gegeben werden.

Wichtig ist es den Ermittlern zudem zu klären, wie der Täter in den Besitz der Waffe gelangt ist. Dabei spielt auch die Frage eine Rolle, ob diese Waffe schon einmal im Zusammenhang mit einer Straftat eingesetzt wurde.

Original-Content von: Polizei Münster, übermittelt durch news aktuell

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